Der Verband Süddeutscher Fußball-Vereine (VSFV) wurde am 17. Oktober 1897 in Karlsruhe als regionaler Dachverband für alle Fußballvereine in Süddeutschland gegründet. Die acht Gründungsvereine waren Frankfurter FC Germania 1894, 1. Hanauer FC 1893, Mannheimer FG 1896, FC 1896 Heilbronn, 1. FC 1896 Pforzheim, Karlsruher FV 1891, FC Phönix 1894 Karlsruhe und FC Fidelitas Karlsruhe.[1]

Die Entwicklung des Fußballs verlief während der 1890er Jahre in ganz Süddeutschland nur sehr langsam und schleppend. Abgesehen von der damaligen Hochburg Karlsruhe existierten nur wenige Vereine, es gab keine lokalen Meisterschaften und demzufolge wurden nur Freundschaftsspiele ausgetragen. In der Saison 1897/98 organisierte der VSFV die erste süddeutsche Meisterschaft. Erster süddeutscher Meister wurde der Freiburger FC 1897, der im Finale am 4. Januar 1898 in Straßburg den Karlsruher FV mit 2:0 schlug.

Erst ab der Saison 1903/04 organisierte der Verband Süddeutscher Fußball-Vereine einen Punktspielbetrieb in seinem Verbandsgebiet, das in Kreise eingeteilt wurde. Der Nordkreis umfasste den Westmaingau mit einer Staffel (Frankfurt/Wiesbaden und Umgebung), Staffel Ostmaingau (Hanau, Offenbach, Darmstadt, Aschaffenburg und Umgebung) und der Staffel Pfalzgau (Mannheim, Heidelberg und Umgebung). Der Südkreis wurde unterteilt in die Staffel Mittelbaden (Karlsruhe und Umgebung), Staffel Oberrheingau (Freiburg, Straßburg, Mülhausen und Umgebung) und dem Gau Schwaben (Stuttgart und weitere Umgebung). Gespielt wurde, je nach vorhandener Anzahl von Vereinen und Mannschaften, in zwei oder drei Klassen. In Bayern wurde erst in der darauffolgenden Saison 1904/05 ein Gau gebildet, der anfangs ebenfalls zum Südkreis gehörte.

Im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts verlief die Entwicklung des Fußballs im Süden Deutschlands rasant. Innerhalb nur weniger Jahre war nicht nur der Rückstand zu den anderen Regionen und Verbänden aufgeholt worden, sondern der Verband Süddeutscher Fußball-Vereine war zum größten und damit auch mächtigsten Regionalverband im Deutschen Fußball-Bund gewachsen. Da der Machtanspruch der Größe des VSFV, personifiziert im Vorsitzenden des VSFV Friedrich Wilhelm Nohe in nichts nachstand, führte dies zu ernsthaften Konflikten mit dem DFB und den anderen Regionalverbänden. Nohe, der bereits Ende der 1890er Jahre sowohl als Vorsitzender des VSFV, als auch des Karlsruher Fußball-Bundes jeden möglichen Konflikt mit Andersdenkern und Personen die an ihm und seiner diktatorischen Amtsführung und schablonenhafter Denkweise Kritik übten, suchte, was unter anderem zum Ausschluss von Walther Bensemann aus dem Verband Süddeutscher Fußball-Vereine und dem Austritt mehrere Clubs aus dem KFB führte. Nohe versuchte nach seiner Abwahl als DFB Präsident nach nur einjähriger Amtszeit den VSFV aus dem DFB zu führen und diesen somit zu spalten. Nach zweijährigem Kampf verweigerte ihm 1907 die Mehrheit der auf dem Verbandstag des Verbandes Süddeutscher Fußball-Vereine anwesenden Delegierten die Gefolgschaft und stimmte gegen den Austritt aus dem DFB. Nohe musste daraufhin die Konsequenzen ziehen und trat zurück.

Das Verbandsgebiet des VSFV umfasste bis zum Ende des ersten Weltkriegs das südliche Hessen, die heutigen Bundesländer Saarland und Rheinland-Pfalz (bis auf den Raum Koblenz, der zum Westdeutschen Spiel-Verband gehörte), Baden-Württemberg und Bayern. Weiterhin gehörten die Vereine aus Elsaß-Lothringen zum Süden. Auf Grund der rasch wachsenden Anzahl von Mitgliedsvereinen und somit auch spielenden Mannschaften mussten die Kreise und Bezirke mehrfach neu eingeteilt werden, wodurch eine Reihe von Clubs über die Jahre in verschiedenen Staffeln spielen musste.

Auf dem Verbandstag im Juli 1914 benannte sich der VSFV in Süddeutscher Fußball-Verband um, 1927 erneut in Süddeutscher Fußball- und Leichtathletik-Verband.

Meister des Verbandes Süddeutscher Fußball-Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Saison 1897/98:
    • Meister: Freiburger FC 1897
  • Saison 1898/99:
    • Meister: Straßburger FV 1890
  • Saison 1899/00:
    • Meister: Straßburger FV 1890
  • Saison 1900/01:
    • Meister: Karlsruher FV 1891
  • Saison 1901/02:
    • Meister 1. Klasse: Karlsruher FV 1891[2]
    • Meister 2. Klasse: Straßburger FV 1890 II
  • Saison 1902/03:
    • Meister 1. Klasse: Karlsruher FV 1891
    • Meister 2. Klasse: Karlsruher FV 1891 II
  • Saison 1903/04:
    • Meister A-Klasse: Karlsruher FV 1891
    • Meister B-Klasse: FC Stuttgarter Kickers 1899 II
    • Meister C-Klasse: Karlsruher FV 1891 III
  • Saison 1904/05:
    • Meister A-Klasse: Karlsruher FV 1891
    • Meister B-Klasse: FC Stuttgarter Kickers 1899 II
    • Meister C-Klasse: FC Stuttgarter Kickers 1899 III
  • Saison 1905/06:
    • Meister A-Klasse: 1. FC 1896 Pforzheim
    • Meister B-Klasse: FC Phönix 1894 Karlsruhe 1899 II
    • Meister C-Klasse: Mannheimer FG 1896 III
  • Saison 1906/07:
    • Meister A-Klasse: Freiburger FC 1897
    • Meister B-Klasse: FC Union 1900 Stuttgart
    • Meister C-Klasse: unbekannt
  • Saison 1907/08:
    • Meister A-Klasse: FC Stuttgarter Kickers 1899
    • Meister B-Klasse: FC Germania 1901 Bieber
    • Meister C-Klasse: unbekannt
  • Saison 1908/09:
    • Meister A-Klasse: FC Phönix 1894 Karlsruhe
    • Meister B-Klasse: FC Phönix 1902 Mannheim
    • Meister C-Klasse: FC Nordend Frankfurt
  • Saison 1909/10:
    • Meister A-Klasse: Karlsruher FV 1891
    • Meister B-Klasse: FV 1898 Beiertheim
    • Meister C-Klasse: FC Palatia Frankenthal
  • Saison 1910/11:
    • Meister A-Klasse: Karlsruher FV 1891
    • Meister B-Klasse: Mühlburger FC 1905
    • Meister C-Klasse: FC Phönix Pforzheim
  • Saison 1911/12:
    • Meister A-Klasse: Karlsruher FV 1891
  • Saison 1912/13:
    • Meister A-Klasse: FC Stuttgarter Kickers 1899

Meister des Süddeutschen Fußball-Verbandes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Saison 1914/15:
    • Meister: keine süddeutsche Meisterschaft ausgetragen
  • Saison 1917/18:
    • Meister: 1. FC 1900 Nürnberg
    • SFV-Verbandspokal: SpVgg Fürth
  • Saison 1918/19:
  • Saison 1924/25:
  • Saison 1931/32:
    • Meister: SG Eintracht 1899 Frankfurt
    • Pokal: FC Stuttgarter Kickers 1899
  • Saison 1932/33:
    • Meister: FSV 1899 Frankfurt
    • Pokal: VfB 1893 Stuttgart



Regionale Meister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1907 bis 1919[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Nordkreis Ostkreis Südkreis Westkreis
1907 FC Hanau 93 1. FC Nürnberg Freiburger FC
1908 FC Hanau 93 1. FC Nürnberg Stuttgarter Kickers Ludwigshafener FC Pfalz
1909 FC Hanau 93 1. FC Nürnberg Phönix Karlsruhe FV Kaiserslautern
1910 Victoria Hanau FC Bayern München Karlsruher FV Mannheimer FG
1911 SV Wiesbaden FC Bayern München Karlsruher FV Mannheimer FG
1912 Frankfurter FV SpVgg Fürth Karlsruher FV Phönix Mannheim
1913 Frankfurter FV SpVgg Fürth Stuttgarter Kickers VfR Mannheim
1914 Frankfurter FV SpVgg Fürth Stuttgarter Kickers VfR Mannheim
1915 nicht ausgetragen nicht ausgetragen nicht ausgetragen nicht ausgetragen
1916 FC Hanau 93 1. FC Nürnberg Freiburger FC Ludwigshafener FC Pfalz
1917 FSV Frankfurt SpVgg Fürth Stuttgarter Kickers Ludwigshafener FC Pfalz
1918 Amicitia Frankfurt 1. FC Nürnberg Union Stuttgart Phönix Mannheim
1919 Frankfurter FV nicht ausgetragen nicht ausgetragen nicht ausgetragen

1920 bis 1923[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Nordbayern Südbayern Württemberg Südwest Odenwald
1920 1. FC Nürnberg FC Bayern München Stuttgarter SC Freiburger FC Waldhof Mannheim
1921 1. FC Nürnberg Wacker München Stuttgarter Kickers 1. FC Pforzheim Waldhof Mannheim
1922 SpVgg Fürth Wacker München Sportfreunde Stuttgart Karlsruher FV VfR Mannheim
1923 SpVgg Fürth FC Bayern München Stuttgarter Kickers 1. FC Pforzheim Phönix Mannheim
Jahr Hessen Nordmain Südmain Pfalz Saar
1920 Germania Wiesbaden Frankfurter FV Kickers Offenbach Ludwigshafener FC Pfalz Saar 05 Saarbrücken
1921 FSV Mainz 05 Eintracht Frankfurt Kickers Offenbach Phönix Ludwigshafen Borussia Neunkirchen
1922 SV Wiesbaden Germania Frankfurt VfL Neu-Isenburg Phönix Ludwigshafen Borussia Neunkirchen
1923 SV Wiesbaden FSV Frankfurt Kickers Offenbach Phönix Ludwigshafen Borussia Neunkirchen

1924 bis 1927[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Bayern Mainzbezirk Rheinbezirk Rheinhessen-Saar Württemberg-Baden
1924 1. FC Nürnberg FSV Frankfurt Waldhof Mannheim Borussia Neunkirchen Stuttgarter Kickers
1925 1. FC Nürnberg FSV Frankfurt VfR Mannheim SV Wiesbaden Stuttgarter Kickers
1926 FC Bayern München FSV Frankfurt VfR Mannheim FV Saarbrücken Karlsruher FV
1927 1. FC Nürnberg FSV Frankfurt VfL Neckarau FSV Mainz 05 VfB Stuttgart

1928 bis 1933[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Baden Württemberg Nordbayern Südbayern
1928 Karlsruher FV Stuttgarter Kickers SpVgg Fürth FC Bayern München
1929 Karlsruher FV Germania Brötzingen 1. FC Nürnberg FC Bayern München
1930 Freiburger FC VfB Stuttgart SpVgg Fürth FC Bayern München
1931 Karlsruher FV Union Böckingen SpVgg Fürth FC Bayern München
1932 Karlsruher FV 1. FC Pforzheim 1. FC Nürnberg FC Bayern München
1933 Phönix Karlsruhe Stuttgarter Kickers 1. FC Nürnberg FC Bayern München
Jahr Main Hessen Rhein Saar
1928 Eintracht Frankfurt Wormatia Worms Waldhof Mannheim FV Saarbrücken
1929 Eintracht Frankfurt Wormatia Worms VfL Neckarau Borussia Neunkirchen
1930 Eintracht Frankfurt Wormatia Worms Waldhof Mannheim FK Pirmasens
1931 Eintracht Frankfurt Wormatia Worms Waldhof Mannheim FK Pirmasens
1932 Eintracht Frankfurt FSV Mainz 05 Waldhof Mannheim FK Pirmasens
1933 FSV Frankfurt FSV Mainz 05 Waldhof Mannheim FK Pirmasens

Hervorgehobene Vereine wurden Süddeutscher Meister.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hardy Grüne: Enzyklopädie des deutschen Ligafußball. Vom Kronprinzen bis zur Bundesliga, Agon Sportverlag, Kassel 1996, ISBN 3-928562-85-1

Einzelverweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nach anderen Quellen handelte es sich bei dem letztgenannten Verein vielmehr um den FC Frankonia Karlsruhe, so z. B. Ernst Otto Bräunche: Fußballhochburg Karlsruhe, in: Sport in Karlsruhe von den Anfängen bis heute, daselbst 2006, S. 199
  2. vgl.: Süddeutsche Meisterschaften 1900-1920, in: IFFHS (Hg.), Libero spezial deutsch, Nr. 3, 1. Quartal 1992, S. 84 (und ff.)

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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